Lästige Insekten
Heute fahren wir keinen Meter, haben wir beschlossen. Stattdessen - am Ufer des Sees bis Riva la Garda spazieren und ein wenig durch die Gegend gucken ist der Plan.
An dem mit Kieseln aufgeschütteten Strand ist es unerwartet voll. Und je näher wir der Stadt kommen, desto mehr Menschen. Und Fahrradfahrer. Die sich wenig zurückhaltend an den Fußgãngern vorbei drängeln. Auf Rädern, deren Reifen so dick sind wie Leberwürste. Mit ebensolchen Waden...
Auf den Kieseln am Wasser liegen und sitzen Menschen in allen Entkleidungsstadien, da die Sonne jetzt um die Mittagszeit 21 Grad vom Himmel schickt. Ab und zu weht allerdings ein ziemlich kühler Wind.
Am Weg entlang stehen zum Teil wunderschöne Pflanzen, die Magnolien schon in voller Blüte. Alles sieht künstlich angelegt aus, so richtig Natur ist das nicht. Als wir in der Stadt ankommen, sind wir entzückt von der schönen alten Architektur und den zum Teil kleinen, engen Gassen. Flanieren ist angesagt - es gibt recht viele sehr elegante Italienerinnen zu sehen, die entweder auf hohen Absätzen oder mit Plateauschuhen über das alte Kopfsteinpflaster stöckeln.
Wir haben Lust auf einen Aperol Sprizz und setzen uns daher in ein Café in der Sonne. Eine mürrisch dreinblickende, übergewichtige, schwarzgekleidete Kellnerin kommt an unseren Tisch. Und bevor wir irgendetwas bestellen können, fragt sie uns nach unserem Greenpass. Hups - damit können wir nicht dienen. Daraufhin wedelt sie uns wie lästige Insekten aus dem Café. Gnadenlos. So ein junges, verstrahltes Ding hat die Macht, uns einfach auszuschließen. Und findet das wohl auch völlig in Ordnung. Ich bin ziemlich schockiert, weil ich mit so etwas gar nicht gerechnet habe. Gestern Abend beim Essen gehen war das überhaupt kein Thema! Hammer. Mich tröstet ja immer der Gedanke, dass Karma sowas schon richten wird...
Wir verlassen also das Café und finden stattdessen eine Eisdiele mit Sorten, die ich noch nie gesehen habe, lassen uns je 2 Kugeln geben und genießen sie auf einer steinernen Bank in der Sonne. Boah, Eis können die hier!
Auf dem Rückweg kommen wir an einem kleinen Restaurant vorbei und setzen uns dort auf die Terrasse. Ein sehr freundlicher, junger Kellner fragt uns, was wir möchten und bringt uns sogleich die Karte. Ein Aperol Sprizz ist hier überhaupt kein Problem und auch sonst spielt C hier keine Rolle. Merke: Es scheint von Lokal zu Lokal Unterschiede zu geben!
Jetzt können wir gestärkt den Rückweg antreten. 😊🌞
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